2022 überland nach Iran

Reisebericht 2022, Anreise über Italien-Griechenland, Türkei, Iran,

 

 

11.04.   Mogli ist startklar. Die Dieselpreise in der Schweiz sprengen die 2-Franken Limite. Fahren nach Samnaun, tanken für Fr. 1.54 und übernachten vor Ort.

 

 

12.04. Über den Reschenpass, durchs Südtirol bis kurz vor Venedig wo wir auf einem ruhigen PP übernachten.

 

 

13.04. Die Fähre nach Igoumenitsa hat wie Verspätung. Wir verbringen eine einigermassen angenehme Nacht auf Deck.

 

 

14.04. Igoumenitsa 16 Uhr: Ausschiffen und zügig ostwärts durch herrliche Bergwelt. Um voran zu kommen nutzen wir mehrheitlich die gebührenpflichtige Autobahn. Übernachten auf einer ruhigen Raststätte.

 

 

15.04. Kaum weg von der Autobahn nerven die 3.5t Schilder an jeder Ecke gewaltig. Was solls? Wir müssen durch. Am Volvi See teilen die Vögel mit uns den Übernachtungsplatz.

 

 

16.04. Immer nach Osten. In Lagos übernachten wir in der Nähe vom Hafen nicht sehr romantisch aber spannend, da die privaten Jachten ins Wasser gelassen werden. Die grosse Yacht des Oligarchen bleibt an Land.

 

 

17.04. Im Regen nach Andreopolis. Platz am Meer, wir bleiben im Mogli, es regnet die Nacht durch.

 

 

18.04. Problemloser Grenzübertritt in die Türkei. Wir fahren durch bis Istanbul. Ruhiger PP.

 

 

19.04. Auf ins Gewühl. Grand Bazar, Ägyptischer Bazar, Glitzer und Glammer, Süssigkeiten, Schmuck, Stoffe, Schuhe etc. Ein Erlebnis, doch die Gassen ausserhalb des Bazars sind mindestens so spannend. Besuchen die Moscheen, geniessen türkischen Tee, Kebab und abends unseren Mogli.

 

 

20.04 Immer Richtung Osten. In der Nähe vom Sapansa See gibt es einen wunderschönen Tierpark mit Stellplatz, Strom, Wasser. Im Park haben Vögel, Kamele, Hirsche, Wildschweine und viele andere Arten ein Daheim. Herz was willst du mehr.

 

 

21.04. Bis Nallihan fahren wir durch die schöne Landschaft und schlafen zwischen den Sandsteinfelsen. Eine Wunderlandschaft. Wir bleiben noch einen Tag, erkunden Canyons und die erreichbaren Gipfel.

 

 

23.04. Unser nächster Stopp der Salzsee Tuz Gölü. Ein Hirte winkt uns zu sich, packt Gasflasche und Teekocher von seinem Esel und bewirtet uns mitten im offenen Feld. Das neugeborene Lämmchen reitet in der Packtasche mit. Auf dem Damm mitten im Salzsee übernachten wir.

 

 

24.04. Ihlara Valley – wir kommen am Abend an und werfen einen ersten Blick auf dieses wunderschöne Tal. Auf dem PP übernachten wir.

 

 

25.04. Um 7 Uhr starten wir die 10km Wanderung durch das Tal nach Selime. Glücklicherweise sind wir allein unterwegs. Liebevoll angelegte Wege führen zu Kirchen mit Wandmalereien, Höhlen und fantasievollen Gebilden am Wegesrand. Nach 5km wird der Weg zu einem Pfad wir werden von zwei grossen Hirtenhunden begleitet. In Selime nehmen wir den Bus nach Ihlara und 1km Fussmarsch zurück zum PP. Gegen Abend fahren wir nach Göreme.

 

 

26.04. Früh morgens geht es los. Neben uns werden die Ballons vorbereitet, die Touris angekarrt und ab geht es in die Lüfte. Die Passagiere zahlen 150Euro. Wir steigen per Pedes in die Höhe, erkunden einen nahen Canyon und fahren mit den Velos ins Love Valley. Am späteren Nachmittag wechseln wir unseren Platz und haben eine super Aussicht über das Tal.

 

 

27.04. Niemals hätten wir erwartet, dass von unserem Aussichtspunkt die Ballons starten. Zwischen den Felsen werden 5 Ballons aufgeblasen. Sieht sehr verwegen aus. Und dann kommt der Wind. Ein Ballon schafft es in die Höhe, der nächste scheitert und landet im Graben. Ein Korb mit geschockten Touris und eine leere Ballonhülle hängen im Abhang bzw. zwischen den Felsen. Die Rettungsaktion ist Action pur. Die restlichen 3 Ballons versuchen gar nicht erst zu starten. Es fällt uns nicht leicht, diese grandiose Landschaft zu verlassen, doch wir haben ein Ziel: Iran vor der grossen Hitze zu erreichen. In Malatya finden wir bei einem Picknickplatz (inkl. Tee und Sonnenblumenkernen mit Einheimischen) den nächsten Schlafplatz. 

 

 

28.04. Über die Hochebene, in den Schnee auf 2390m. Es ist kühl und regnet. Die Berglandschaft beeindruckt trotzdem. Erzurum liegt auf 1800m. Auf einem PP übernachten wir.

 

 

29.04. Die iranische Botschaft ist in der Nähe. Hier erhalten wir das Visum innerhalb von 1.5 Stunden. Dass es so schnell geht, hat uns überrascht. Wir schlendern durch die Hauptstrasse, eine Moschee an der anderen, davor viele Männer, keine Frauen. Nach dem Mittag fahren wir los und übernachten vor Horasan auf einer Wiese mit Froschteich und einer Kolonie Krähen.

 

 

30.04. Dogoubayazit erreichen wir am Abend. Finden einen einsamen Platz mit Blick auf den Ararat. Leider ist der Berg teilweise in den Wolken. Wir sind froh, dass es nicht regnet. Rechnungen bezahlen, HP Bericht schreiben und auf den Iran vorbereiten.

 

 

01.05. In den Gassen von Dogoubayazit herrscht ein reges Treiben. Wie stürzen uns mitten ins Gewühl. Danach fahren wir auf den Berg zum Palast wo wir auf dem PP übernachten.

 

 

02.05. Ausreise Türkei: Wir haben eine problemlose Ausreise, bedauern jedoch die LKWF Fahrer die in einer doppelten Kolonne 5Km vor der Grenze stehen und es geht keinen mm vorwärts.

 

Einreise Iran: Wir stehen vor einem Gatter, ein (vermeintlicher) Beamte fordert uns auf ihm Pässe, Visum, Carnet und PDR Test auszuhändigen. Machen wir, jedoch anstelle des PCR Test unsere Impfausweise. Er verlangt den PCR Test, ohne diesen könne er uns nicht einreisen lassen. Wir dachten die Impfungen genügen, er besteht rigoros darauf, dass die Bestimmungen für den Iran kurzfristig gewechselt hätten und bedauerlicherweise dürfe er uns nicht einreisen lassen. Aber es sei überhaupt kein Problem, wir können den Test (natürlich gegen Bezahlung) hier machen. Ok, dann machen wir das und bezahlen den Test gegen die Bestätigung. Er meinte jedoch mit bedauerlichem Hundeblick, die Teststation gibt es erst nach dem Gatter, ohne Zahlung für den Test dürfe er uns nicht in die Teststation lassen.  Wir wägen ab und bezahlen in Erwartung, dass es nun zum Testen geht, eine Quittung will er uns nicht aushändigen, dafür gäbe es ein Testergebnis. Davon ist jedoch plötzlich keine Rede mehr. Kurzum das war kein offizieller Beamter, sondern schlichtweg ein Betrüger, der die Situation vor dem verschlossenen Gatter ausgenutzt hat. Im Nachhinein wissen wir es besser. Einfach geduldig vor dem Gatter warten, die Gestalt hinter dem Gatter ignorieren, warten bis das Gatter öffnet und die Einreise selber organisieren. Von Schalter zu Schalter. Vorsicht auch mit den Geldwechslern an der Grenze, da es zwei Währungen gibt Tuman und Rial. Besser in einem offiziellen Exchange Schalter wechseln.

 

Mit einem Grummeln im Bauch reisen wir also in den Iran ein. Autoversicherung, Geldwechsel, Tanken und auf die Autobahn Richtung Täbris. Die Bahn ist dreispurig mit unterschiedlichem Belag, jedoch akzeptabel. Überholt wird von allen Seiten, auch auf dem Pannenstreifen und wenn es noch so knapp ist – einer kommt immer noch rechts vorbei. Vor uns wird kurz vor knapp noch eingeschert. Blinker existieren nicht. Auf der Gegenfahrbahn herrscht ein Gedränge – Feiertage, Fastenbrechen – alles will raus aus der Stadt. An den Strassenrand der Autobahn zum Picknicken mit Kind und Kegel, Grill und Teekocher. En Guata!!!!! Wir übernachten in einem kleinen Dorf auf einem Acker.

 

 

03.05. In Täbris parken wir im EL Goli Park. Immer wieder werden wir angesprochen und eingeladen. Wir lernen eine kleine Familie kennen, sie zeigen uns ihr Daheim: Über den Dächern von Täbris werden wir bewirtet und danach fahren sie uns mit ihrem Peugeot mit 375000 km auf dem Tacho zurück zu Mogli.

 

 

04.05. Mit unseren neuen Freunden unternehmen wir eine kleine Wanderung auf den Berg mit einer überwältigenden Aussicht auf Täbris. Am Abend klopft es an unsere Türe, es regnet in Strömen, ein Motorradfahrer bittet uns um Hilfe. Ob wir sein Motorrad abdecken können? Wir denken, er will es vor dem Regen schützen. Doch nein, da steckt eine andere Geschichte dahinter: Im starken Regen herrscht auf der nahen Strasse Stau und es geht nicht mehr vorwärts. Da sein Motorrad mit 1200cm im Iran nicht gestattet ist, ist er damit illegal unterwegs. Er erzählt uns, dass er normalerweise der Polizei davonfährt, dies jedoch im Stau und Regen nicht möglich sei. Also Motorrad verstecken – in diesem Falle unter unserer Blache.

 

 

05.05. Endlich sind die Feiertage vorbei und wir machen uns in Zanjan auf die Suche nach einer Simkarte. Parken Mogli an einer Strasse in der Nähe der Innenstadt und nun beginnt der Spiessrutenlauf. Ein Simkartenshop – toll – doch leider – keine Karten für Ausländer. Ok – auf zum nächsten – keine Karten für Ausländer wir sollen zu Iran-Cell gehen. Ok einige Km per Pedes und da ist er endlich der Iran-Cell Shop. Der junge Mann würde uns gerne helfen, kann aber nicht, schickt uns 500m weiter. Da ist aber gar nichts. Ein Motorradfahrer will uns helfen, zeigt uns wieder einen Shop – keine Karte für Ausländer. Der nächste schickt uns zurück zum Iran-Cell Shop. Wieder stehen wir vor dem jungen Mann, er telefoniert, signalisiert uns wir sollen warten. Mittlerweile sind wir 2,5 Std unterwegs. ½. Std. später betritt ein junger Mann den Shop, begrüsst uns auf englisch, verlangt unseren Pass und macht sich an die mühsame Arbeit für 2 Ausländer eine Sim-Karte zu besorgen. Alle Daten sind eingegeben und eigentlich sollten wir nun eine Karte von Iran-Cell erhalten, jedoch – das System will keine Ausländer. Der junge Mann gibt nicht auf – telefoniert – und kann uns schlussendlich eine Karte von einem Drittanbieter (LTE) verkaufen, welche einwandfrei funktioniert.  Nach 4 Std knallen wir auf einem PP ausserhalb der Stadt ins Bett. Um 2 Uhr wecken uns 2 Polizisten, wollen dass wir wegfahren, hier sei es nicht sicher. Wir wollen schlafen – also verstehen wir natürlich nicht was sie wollen – in der Hoffnung, dass sie aufgeben. Es sieht erst mal ganz so aus. Schön wärs – eine halbe Stunde später ist eine ganze Armee mit 5! Polizeifahrzeugen und Handys mit Übersetzer vor Ort. Wir geben uns geschlagen und lassen uns vor ein nahe gelegenes Hotel eskortieren wo wir den Rest der Nacht in Ruhe verbringen.

 

Einer der jungen Polizisten hatte ein fantastisches Übersetzungsprogramm – mit Marshmellows, Flowers, und Randen…. Wenn es nicht 2 Uhr nachts gewesen wäre…. dann hätten wir uns wohl krummgelacht.

 

 

06.05. Wir fahren in die Berge. Ein Pass 2300m hoch mit gewaltiger Aussicht und einer Kurve an der andern, erinnert uns an die Transfagastan in Rumänien. Das grüne Flusstal Richtung Anamur Castel ist wunderschön. Leider ist es eine Sackgasse, sodass wir den ganzen Weg wieder zurückfahren müssen. Wir werden jedoch mit einem Nachtplätzli mit grandioser Aussicht entschädigt.

 

 

07.05. Anfahrt Tehran – Vor Tehran geraten wir mittenhinein in das legendäre Verkehrschaos. Wir zögern bei einer Ausfahrt, jetzt links oder erst nach 5m? Erwischen prompt die Falsche. Keine Chance wieder in die ursprüngliche Strasse zu kommen. (zu niedrige Tunnels, Kehren, etc.) Wir werden mit einem Umweg von 20km belohnt und sind heilfroh als wir den PP beim Khomeini Grabmal, unseren Nachtplatz, erreichen. Das Grabmal ist mit seinen Spiegelmosaiken einen Besuch wert.

 

 

08.05. In der Metro wuseln die fliegenden Händler durch die Waggons und versuchen von Zahnseide Socken, Handykabeln, bis zu Rucksäcken alles Mögliche an den Mann zu bringen. Wir fahren über eine Stunde bis zur Endstation. Hier herrscht ein angenehmes Gewusel im Bazar, und Ruhe bei den Saadahab Palästen. Treffen Hadi, einen Lehrer, der uns begleitet uns einiges zum Park erzählt und uns schlussendlich vor einem aufdringlichen Typen, der wie eine Klette an uns hängt, rettet. Auf dem Rückweg ist die Metro gerammelt voll, sodass öfter die Türen nicht mehr schliessen, aber es muss einfach noch einer mehr rein! Entsprechend länger dauert die Fahrt. Am Abend fahren wir weiter nach Qom wo uns Hadi vor einer Moschee einen ruhigen Schlafplatz zeigt. Schon wieder werden wir angesprochen und mehrfach eingeladen.

 

 

09.05. Qom ist ein religiöses Zentrum und wir erleben die Einwohner als äusserst freundlich. Wir lernen Sajed und Lilly kennen. Sie zeigen uns Qom aus ihrer Sicht. Einen lebhaften Bazar, das Wohnhaus des Imam Khomeini und den Grabpalast der Fatima. Danach werden wir von ihrer Familie zum Essen eingeladen. Wir sind überwältigt. Kaum zurück im Mogli zischt es gewaltig! Das kommt doch nicht von uns!!!???? Oder doch??? Doch! Und schon sind wir draussen: beide Hinterreifen platt!!! Schnell haben wir festgestellt, dass das Ventil der Reifendruckanlage gebrochen ist und schon sind wir von 10-15 Männern umringt. Das Ventil und die ganze Einrichtung wird begutachtet. Zwei Männer packen das gebrochene Teil und mit dem Motorrad entschwinden sie. Nach ca 1 Std. sind sie zurück – repariert, montiert - aber die Luft entweicht noch immer. Erst mal schlafen im aufgebockten Mogli.

 

 

10.05. Das reparierte Ventil ist geklebt und aus einem Loch entweicht die Luft. Einen Versuch wars wert. Mit Hadi und seinem Freund fahren wir einige Buden um Qom ab auf der Suche nach einem Teil. Aussichtslos. Also werden wir das defekte Ventil neu verschweissen lassen müssen. Unsere beiden Helfer machen sich auf den Weg – und oh Wunder – sie bringen uns das reparierte Ventil   und es passt!! Vielen Vielen Dank an unseren rettenden Engel Hadi!

 

11.05. Im Mai ist die Rosenblütenernte in vollem Gange und Qamsar ist das Zentrum. Wir finden einen Platz in den Bergen mit herrlicher Aussicht auf das Dorf.

 

 

12.05. Abyaneh, ein traditionelles Lehmdorf liegt wunderschön umringt von Bergen. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis. Wir schlendern durch die Gassen und finden einen ruhigen Schlafplatz ausserhalb vom Dorf.

 

 

13.05. Hadi und Mohammed kommen nach Abyaneh. Es ist Freitag und entsprechend gross ist der Besucherstrom. Unsere beiden Begleiter erzählen uns viel über das Dorf. Die Besucher können sich eine traditionelle Tracht für den Dorfbesuch mieten. Souvenierläden, Suppenküchen, Handwerk, die Stimmung in den Gassen der gut erhaltenen Lehmbauten begeistern uns.

 

 

14.05. Meybod eine Lehmstadt. Wir finden einen kleinen Platz und werden zum einem feinen Abendessen bei Ahra und ihrer grossen Familie in deren Haus eingeladen. Herzlichen Dank!

 

 

15.5. Besichtigen das Narin Castle und fahren nach Chak Chak in die Wüste. Wir geniessen die Stille, Einsamkeit und Ruhe, ein magischer Ort.

 

 

16.05. Heiss ist es in der Wüste, wir bleiben hier bis es etwas abkühlt und fahren gegen Abend los. Wir wollen noch eine Nacht in der Wüste verbringen und finden einen herrlichen Platz bei einer Karavanserei. Wir haben Vollmond und der Sternenhimmel bietet leider nicht das volle Programm.

 

 

17.05. In Yadz schlendern wir durch die verwinkelten Gassen mit den Lehmbauten. Hier herrschen 34Grad und bald flüchten wir uns in den Schatten des Innenhofes vom Silk Road Hotel wo wir auf dem Parkplatz übernachten.

 

 

18.05. Im Mai soll die Hitze noch erträglich sein, uns jedoch ist es zu heiss – über Taft flüchten wir in die Berge und erreichen nach einer schönen Fahrt ein kleines Dorf mit lauter verwunschenen Gärten und engen Gassen. Wir wählen den Schlafplatz mit der schönsten Aussicht.

 

 

 

19.05. Isfahen – wir sind gespannt auf diese Stadt. Freitag und alles ist auf den Beinen. Wir zwängen Mogli irgendwie durch die links und rechts geparkten Fahrzeuge und parken im nächst möglichen Platz in der Nähe eines Parkes. Erst mal abwarten, bis sich der Verkehr beruhigt. Die Parkmöglichkeiten in Isfahan sind sowas von beschränkt, wir sind zu hoch, es ist eh alles vollgeparkt, Strassen zu eng, beim Hotelparkplatz wollen sie 20Dollar die Nacht. Ausserhalt der Stadt soll es Plätze geben, doch dazu müssen wir erst mal durch die Stadt und machen uns auf den Weg. Mitten im Zentrum finden wir in der Einmündung zu einer Seitenstrasse eine freie Lücke. Da zwängen wir uns erst mal rein – passt schon – erst mal schlafen.

 

 

20.05. Und wir haben trotz des Verkehrs gar nicht so schlecht geschlafen. Wir beschliessen auf dem Platz zu bleiben, da die Lage optimal ist. Erkunden den Bazar, die Prachtbauten, die Brücken, geniessen einen Kebap, die Stille im nahen Park und bleiben noch eine Nacht in unserer Parkbucht.

 

 

21.05. Ob unser Visum verlängert wird? Mit dem Bus zum Office – wir bezahlen für eine Mappe mit Dokumenten, welche ausgefüllt werden müssen. Nächster Schalter, hier wird geprüft, nächster Schalter, hier wird gestempelt, nächster Schalter wieder geprüft, nächster Schalter hier wird bezahlt, wofür wissen wir zwar nicht, aber egal, nächster Schalter warten …. Freundlich erkundigen wir uns worauf wir warten… der zuständige Mann komme erst in 2 Stunden. Mit Überzeugungskraft und evtl. etwas Charme erreichen wir, dass es plötzlich doch eine Person gibt, die uns die Dokumente abstempelt. Nächstes Büro – hier heisst es wir sollen in 4 Tagen wiederkommen. ????. …… Schlussendlich werden aus den 4 Tagen 2 Stunden wir sind happy und haben unsere Visumverlängerung. Vielen Dank, liebes Iran.

 

 

22.05. In Gandoman gibt es einen See, ein Naturreservat. Leider wird es Abend, sodass wir kurz vor dem See noch eine Nacht auf einem Acker verbringen, aber auch nicht ohne dass wir vorher noch zum Cay eingeladen wurden.

 

23.05. In der morgendlichen Kühle erreichen wir den See. Herrliches Plätzchen. Das Schilf ist ein Paradiese für die Vögel. Wir werden von einem Filmteam interviewt, von einem Hirten begleitet und haben eine ruhige Nacht mit Froschkonzert.

 

 

24.05. Die Landschaft um den See ist grandios. Immer wieder kreuzen die Schäfer mit ihren Herden unseren Weg, wobei sie freundlich winken. Langsam geht es bergauf und die Strasse führt uns mitten in die gewaltige Bergwelt auf 2400m Höhe. Über uns ragen die Gipfel der 4000er zum Himmel und in dieser Landschaft siedeln über die Sommermonate die Nomaden. Im Nomad Camp werden wir sehr herzlich willkommen geheissen. Es gibt Tee aus frisch gesammelten Kräutern, Ziegenmilch und ein hervorragend gutes Essen aus Reis und Kabap. Wir bewundern das Wissen der Nomaden, den Aufbau der Zelte, ihr Wissen um die Heilkräfte der Kräuter, ihren Umgang mit den Tieren und ihre Art zu leben. Majid erzählt uns von ihrer Kultur und der langen, anstrengenden Wanderung zu den Sommerlagern. Wir wünschen, dass ihnen diese Tradition erhalten bleibt. Herzlichen Dank an Majid und seine Familie.

 

 

25.05. Die Strasse entlang des Zayandeh Rud führt durch die grüne Landschaft, schlängelt sich hinauf in karge Hochebene und dann wiederum abwärts zum Fluss. Eine schöne Fahrt mit Ärgernissen in Form von Polizei.

 

Wir werden gestoppt, Pässe Visum werden fotografiert, dokumentiert, nochmals fotografiert, besprochen, die Dokumentation wird korrigiert, ergänzt, es wird telefoniert und endlich dürfen wir weiter. Nach 15 km ertönt hinter uns ein quikendes Hupen der Polizei. Anhalten. Sie wollen die Pässe und Visas sehen. Wir hatten glücklicherweise ein Foto der Kontrolle geschossen und konnten denen mit Händen und Füssen beibringen, dass wir vor ½ Std. bereits kontrolliert wurden. Das wars – dachten wir!!!! Nein, wir sollen ihnen zum Polizeiposten folgen. Hier stehen sie nun zu fünft um unser Fahrzeug diskutieren, versuchen sich verständlich zu machen. Noch einer kommt dazu – macht sich wichtig mit Telefon und Tochter, die englisch übersetzen kann. Ihr Englisch ist schlichtweg ein Kauderwelsch mit der immer selben Frage: How long will you stay?? Was meint sie damit? Hier auf dem Posten? In diesem Tal? In Iran? Obwohl sie weiss, dass wir im Camper unterwegs sind ist ihre nächste Frage: When will you fly back to your country???? Na ja, Geduld, Geduld, Geduld. Die Zeit schreitet voran, die Diskussion unter der Polizei ist noch immer in vollem Gange und wir sind müde. Also mal mit Google Übersetzer denen klar machen, dass wir schlafen wollen, wenn es sein muss auf dem Polizeiparkplatz. Yes, yes no problem, you can stay here. Nun gut, schlafen wir also hier.  Im Auto Tee gekocht da klopft es. Die Tochter ist wieder am Telefon: you have to pay dollars. Was???? Wofür?? Kann sie uns nicht sagen, nur dass wir Dollars lassen sollen. Langsam werden wir echt sauer!!!! Mittlerweile stehen wir 2 Stunden auf dem Platz, die Polizei weiss noch immer nicht, was sie mit uns machen soll und wir sollen auch noch bezahlen. Ziemlich energisch machen wir denen klar, dass wir nun einsteigen und weiterfahren. Hände werden verworfen, no no no, soviel können sie englisch. Nach einer weiteren kurzen Diskussion heisst es sie bringen uns an einen schönen Platz am Fluss. Also geht doch – 5Min, 10Min…. wir steigen ein, starten den Motor und sie kommen gehoppelt wie die Hasen … no no no…. , steigen schlussendlich doch noch in ihr Auto und endlich geht es los. Mittlerweile ist es dunkel. Sie  bringen uns an eine Einfahrt zu einem Camp. Viel zu steil, viel zu schmales Tor, zu niedrige Bäume für Mogli. Sehen sie schliesslich ein… wir wollen, dass sie uns fahren lassen – allein!!! No no no und schon fahren sie wieder voraus, zweigen ab in Richtung Isfahan, falsche Richtung… wir nehmen die andere Strasse, finden einen Platz und hoffen, dass sie aufgeben. Aber nein, schon kommt die Polzeikarre den Feldweg heruntergerumpelt. Wir machen ihnen klar, dass wir hier bleiben wollen. Heisse Diskussion unter den Polizisten. Hier können wir nicht bleiben und dann machen sie eine Geste go go go… Träumen wir? Schnellstens Motor starten, besorgte Blicke in den Rückspiegel – uffff keine Scheinwerfer!! Nach kurzer Zeit finden wir trotz Dunkelheit endlich einen Schlafplatz. Welcome to Iran

 

 

26.05. Die Gastfreundschaft im Iran ist bemerkenswert. Kaum stoppen wir, werden wir angesprochen und überall will man helfen. Oft sehnen wir uns nach Ruhe, allein zu sein. Sosehr wir die Hilfsbereitschaft schätzen, tut es uns leid, dass wir Einladungen ziemlich rigoros und beharrlich ausschlagen müssen, damit wir zeitweise zur Ruhe kommen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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